Chronik
Chronik der Lebenshilfe Kreisvereinigung Schwerin e.V.
1990 vollzog sich ein neuer Anfang in der Arbeit für und mit Menschen mit Behinderung in Schwerin. Die Mitglieder des Elternkreises behinderter Kinder wollten endlich eine lebenswerte, eine menschenwürdige Zukunft für ihre Familienangehörigen mit Behinderung und handelten schnell.
Am 20. März 1990 erfolgte die Gründungsversammlung der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Kreisvereinigung Schwerin e.V..
LEBENSHILFE für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung sowie Mehrfach-Behinderung hieß im ersten Schritt, ihnen Beschäftigung zu organisieren, im nächsten ein altersgerechtes Wohnen zu ermöglichen und danach Arbeit für sie zu beschaffen.
Durch Demonstrationen und Hausbesetzungen erkämpften die Eltern im Januar 1990 den Zuspruch zu den ehemaligen Stasi-Gästehäusern in Schwerin-Mueß. Damit wurde Mueß die erste integrative Behinderteneinrichtung der Landeshauptstadt.
Am 9. November 1990 wurde in der Perleberger Straße 22/24 im Stadtteil Großer Dreesch die Eröffnung und Einweihung der Dreescher Werkstätten gefeiert. Sie erhielt die amtliche Anerkennung als Werkstatt für behinderte Menschen und arbeitete unter der Trägerschaft der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Kreisvereinigung Schwerin e.V.. Kurz darauf wurden bereits mehr als 100 Mitarbeiter/Innen mit Behinderung beschäftigt und 50 Bewohner/Innen in Wohnstätten betreut. Das überstieg immer mehr die Möglichkeiten, die ein ehrenamtlicher Vorstand zu leisten in der Lage war. Die Wandlung der geschaffenen Einrichtungen in eine gGmbH wurde unerlässlich und im April 1992 in die Wege geleitet. Diese und die darauf folgenden Entwicklungen spiegeln sich in nachstehenden Daten wieder.
| 02.02.1990 | Übernahme der Stasi-Gästehäuser in Schwerin-Mueß durch den Elternkreis behinderter Kinder |
| 20.03.1990 | Gründungsversammlung der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Kreisvereinigung Schwerin e.V. |
| 09.07.1990 | Eintrag in das Vereinsregister |
| 21.09.1990 | Anerkennung der Arbeitsstätten als Werkstatt für Behinderte |
| 09.11.1990 | Eröffnung und Einweihung der “Dreescher Werkstätten“ in der Perleberger Straße 22/24 |
| 01.01.1991 | Übernahme der Trägerschaft über die geschaffenen Werkstätten und Wohneinrichtungen durch die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Kreisvereinigung Schwerin e.V. |
| 01.05.1992 | Übergabe der Trägerschaft der Werk- und Wohnstätten an die Dreescher Werkstätten gGmbH |
Weitere besondere Daten der Lebenshilfe KV Schwerin e.V. sind:
| 1996 | Gründung des Freizeitclubs der Lebenshilfe |
| 2001 | Gemeinsames Leitbild der Lebenshilfe KV Schwerin e.V. und der Dreescher Werkstätten gGmbH erarbeitet und beschlossen (Fassung vom 12.06.2001) |
| 2003 | Treffen von Menschen mit Behinderung und ihrer Organisationen aus den Partnerstätten von Schwerin anlässlich des Europäischen Jahres von Menschen mit Behinderung in der Landeshauptstadt Schwerin (initiiert von der Lebenshilfe KV Schwerin e.V. |
| 2006 | Übergabe des Freizeitclubs in die Verantwortung der Dreescher Werkstätten gGmbH |
| 2007 | Eröffnung der Beratungsstelle der Lebenshilfe KV Schwerin e.V. |
Weitere besondere Daten der Dreescher Werkstätten gGmbH sind:
| 1992 | Dreescher Werkstätten gGmbH wird gegründet, Übernahme von Werk- und Wohnstätten von der Lebenshilfe Kreisvereinigung Schwerin e.V. Gemeinnützigkeit anerkannt und als gGmbH bestätigt Start der Werkstatt in Sacktannen |
| 1993 | Familienentlastender Dienst ( FED) beginnt zu arbeiten |
| 1993 | Eröffnung der Werkstatt Impuls, Start für Unterstütztes Wohnen |
| 1995 | Bezug der Werkstatt Bunsenstraße |
| 1996 | Übernahme des Dr. Flemming-Hauses |
| 1998 | Gründung der Integrationsfirma Zagapu GmbH |
| 1999 | Einweihung der Wohnstätte Bosselmannstraße |
| 2000 | Bezug der Wohnstätte Polentzstraße |
| 2002 | Eröffnung der Werkstatt Handelsstraße |
| 2004 | Bau der Wohnstätte Querstraße |
| 2005 | Neubau des Gebäudes für die Fördergruppe |
| 2006 | Übernahme des Freizeitclubs der Lebenshilfe |
| 2007 | Lagerhalle Bunsenstraße fertig gestellt |
Hauptgesellschafter der Dreescher Werkstätten gGmbH ist die Lebenshilfe Kreisvereinigung Schwerin e.V. mit 80 %, weitere Gesellschafter sind der Paritätische Wohlfahrtsverband MV mit 10 % und die Initiativgruppe Sozialarbeit e.V. mit 10 % Beteiligung. Es wird zur Zeit an drei Werkstattstandorten gearbeitet (Bunsenstraße, Sacktannen, Handelsstraße), durch Neu- und Umbau sind über 300 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung sowie für Menschen mit chronisch- psychischer Erkrankung geschaffen worden. 110 Plätze gibt es in den 3 Wohnstätten (Bosselmannstraße, Polentzstraße, Querstraße) sowie in mehreren Außenwohngruppen.
Begleitende Dienste als Fachbereiche der Dreescher Werkstätten gGmbH mit den Sachgebieten Familienentlastender Dienst und Koordinierungsstelle Seniorenbegleitung, Unterstütztes Wohnen, Ambulante Pflege in Kooperation mit anderen sozialen Dienstleistungsanbietern, sichern Leistungen mit spezieller fachlicher Kompetenz ab. Adressen, Ansprechpartner und Leistungsangebote siehe unter www.dreescher-werkstaetten.de.
Zum gemeinsamen Leitbild für die Tätigkeit und Zusammenarbeit von der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Kreisvereinigung Schwerin e.V. und den Dreescher Werkstätten gGmbH geht es hier.
20 Jahre Einsatz für Menschen mit geistiger Behinderung
Am 19. November 2010 feierte unsere Kreisvereinigung ihr 20-jähriges Jubiläum im Rahmen eines Empfangs.
Aus diesem Anlass wurde eine Festschrift erstellt, die unsere vielfältige Arbeit im zurückliegenden Zeitraum widerspiegelt.
